Josie

Hund Josie
Malinois
*14.01.2021
60cm, 25kg
Hündin
kastriert
Familientauglich: Eher nein
Hundeverträglich: Ja
Hundeerfahrung notwendig
im Tierheim seit: 16.11.2022 (1197 Tage)

Auf Pflegestelle: Dieser Hund befindet sich nicht im Tierheim Northeim!

Achtung, viel Text für viel Hund. 😉

Update März 2024

Kaum bricht der Tag an, platzt Josie fast vor Energie und Tatendrang. Sie will arbeiten, arbeiten, arbeiten! Ihr fallen die Dinge nicht so leicht, wie anderen Malis, das ändert aber nichts an ihrer Begeisterung und Motivation.

Josie kann auf dem Grundstück gelerntes endlich auch außerhalb anwenden und bleibt im „Arbeitsmodus“ zwar unter Dauerstrom, aber mit Spaß am „Job“, nämlich alles rund um ihre heiß geliebte Beißwurst. Sie orientiert sich dabei sehr stark an ihrer Bezugsperson und kann sogar problemlos ohne Leine laufen, während sie weiterhin Kreise laufend ihre Beißwurst trägt oder höchst konzentriert beim Menschen auf Action (mit der Beißwurst) wartet. Dabei ist sie so sehr bei der Sache, dass Außenreize, die vorher Panik in ihr auslösten und auch ihr Kopfkino ausgeschaltet sind. Wird es doch einmal heikel, macht ein deftiges Zerrspiel Mut und lässt gruselige Situationen überstehen.

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Update Januar 2024:

Der Malinois in Josie lässt sich nicht verleugnen: sie ist voller Power und Lebenslust, wenn sie zu Hause, also auf dem eigenen Grundstück, unterwegs ist. Sie hat riesen Spaß an der Suche nach ihrem Spielzeug und ist richtig heiß auf das Zerrspiel damit, welches sie sich als super-Belohnung abholt. Spaziergänge sind nach wie vor großer Stress für sie, eine tolle neue Entwicklung gibt es aber auch da: Josie ist nun unter die Zughunde gegangen. Beim Canicross wird sie richtig mutig und zieht mit mächtig Spaß und Energie! Wird man zu langsam (Mensch muss bei so viel Power vorweg ja auch mal verschnaufen), tendiert sie aber wieder zum Kreiselaufen.

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Update September 2023:

Josie entwickelt sich richtig gut, ist aber noch immer fern von umweltsicher oder entspannt. Sie orientiert sich sehr stark an ihrer Bezugsperson und fährt mittlerweile auch im Auto mit. Spazierengehen ist für Josie weiterhin sehr stressig und man muss aufpassen, dass sie sich nicht in ihre Überforderung hineinsteigert und selbst versucht eine „Lösung“ (= Flucht und Kreiseln) zu finden. Stattdessen muss man ihr helfen „auf dem Teppich zu bleiben“, dann kann sie auch mal ein paar Meter aufatmen.

Zu Hause ist sie unglaublich verschmust und nähebedürftig, drückt ihre kleine Gurkennase ganz eng an ihren Menschen und schleppt Spielzeuge (und Socken) mit ins Bett und aufs Sofa. Wenn sie sich in ihrer unbeholfenen Art mit aufs Sofa und ganz eng an den Menschen kuschelt, legt sie sich auf quer über andere Hunde drüber oder latscht ihnen ins Gesicht, denn sie hat nur eins im Blick: ganz ganz ganz eng bei ihrem Menschen sein.

Die hübsche, äußerst sozialverträgliche Hündin hat weiterhin große Probleme mit der Umwelt und hat mit einer Mischung aus mal lähmender, mal panischer Angst und kribbeliger Malinois-Energie voller Tatendrang zu kämpfen.
Anfangs war sie so gefangen in ihrem eigenen Kopf, dass sie kaum denken konnte, nun ist sie draußen gut ansprechbar. Wollte man zu Beginn etwas von ihr, so erstarrte sie in ihrer Überforderung und wagte kaum zu atmen. Ließ man sie in Ruhe, lief sie ununterbrochen im Kreis – immer gegen den Uhrzeigersinn. Nervös hechelnd, immer zum zerreißen gespannt. Nicht in der Lage, von alleine zu stoppen. Spazieren gehen? Panik. Kreiseln. Explosionsartige Fluchtversuche. Überforderung. Kreiseln. Aber nie Aggression oder der Versuch sich durch etwas anderes als Flucht oder Einfrieren gegen die Welt zu verteidigen. Nun ist sie immer mit einem Ohr bei ihrer Bezugsperson, reagiert auf die kleinsten Gesten und Worte und fordert von sich aus Beschäftigung und Spiel ein.
Mittlerweile könnte man Josie fast mit einem „normalen Mali“ verwechseln, wenn man sie auf dem Hof sieht. Sie liebt die Arbeit mit ihrer Beißwurst: die beste Belohnung, die man ihr geben kann, ist ein Zerrspiel damit. Sie sucht, apportiert, wartet, macht Sitz und Platz, sucht Nähe und will ganz eng bei ihrer Bezugsperson sein… Bis sie wieder gedanklich auf sich selbst gestellt ist, dann läuft sie wieder ewige Kreise, bei denen aber mittlerweile immerhin die Schranken im Kopf oben bleiben, sie ihre Umwelt weiter wahrnimmt und sogar mal ihre Stereotypie unterbricht, um z.B. zu schnüffeln.
Auch im Haus fällt es ihr manchmal noch immer schwer von alleine zur Ruhe zu kommen – wenn man anfangs das schön nervige Trippelgeräusch von Kreisel-Josie nicht hörte, hatte sie sich wahrscheinlich gerade Sachen zum Zerpflücken gesucht. Viel Zeit und Nerven später ist das Verhalten noch vorhanden, aber deutlich abgeschwächt und Josie kann entspannen.
Spazieren gehen ist noch immer eine große Herausforderung. Mit Autos kommt Josie schon recht gut zurecht, prasseln aber zu viele Dinge auf einmal auf sie ein – die Bahn fährt im Hintergrund vorbei, der Weg ist neu, eine Autotür knallt – übermannt sie schnell die Panik. Die Privathündin ist auf der Pflegstelle eine große Stütze für Josie. Sie lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen und lebt vor, wie man faul auf dem Hof dösen oder entspannt in den Kofferraum hüpfen kann. Gleichzeitig powert sie Josie im ausgelassenen Spiel auch mal richtig aus und bremst sie, wenn es zu wild wird.

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Mai 2023: Nachdem Josie aus der Vermittlung zurück gekommen ist, weil sie aus Angst nicht aus der Wohnung raus wollte und sich zitternd sträubte, ist sie bei einer Mitarbeiterin zu Hause in Pflege.

Josie hat panische Angst vor Autos und reagiert mit Flucht. Viele ganz normale Umweltreize überfordern sie, sie reagiert je nach Situation mit Einfrieren, stereotypem Kreislaufen oder Flucht. Einfache Dinge wie „Sitz“ lernen bereiten ihr große Schwierigkeiten, da sie in ihrer Anspannung nicht nur körperlich, sondern auch mental quasi einfriert und starr abwartet. Stereotypes Kreiselaufen (immer gegen den Uhrzeigersinn) ist bei Josie sehr stark ausgeprägt. Sobald sie draußen „nichts zu tun“ hat, läuft sie unendliche Kreise und ist nur schwer aus diesem Verhalten rauszuholen, weil sie wie mit Scheuklappen läuft und die Umwelt weitestgehend ausblendet.

Ist Josie erstmal angekommen und entspannt, taucht plötzlich ein alberner Junghund auf, der Quatsch macht, spielt und apportiert. Denn dann kommt der Malinois heraus, der arbeiten will, voller Power steckt und sehr nah am Menschen sein will. Dann ist sie auch in der Lage zu lernen und Fortschritte zu machen, dennoch bleibt das Kreise laufen (noch) Bestandteil ihres Verhaltens, wenn sie aufgeregt oder nervös ist oder einfach nix zu tun hat.

Katzen und andere Tiere beachtet Josie bisher nicht, sie stolpert höchstens mal drüber, wenn sie in ihrer verwirrten, überforderten Art durchs Haus läuft.

Josie kam aus einem befreundeten Tierheim zu uns, da sie mit der Situationen in der Großstadt überfordert war. Ihre Vorgeschichte spricht bereits Bände: sie wurde kaum mit Umweltreizen sozialisiert und soll von dem Mann, der sie aus einer „Hinterhofzucht“ kaufte, misshandelt worden sein, bis sie schließlich sichergestellt wurde.

Die sensible Josie benötigt viel Zeit, möchte aber nicht bemitleidet, sondern gefordert werden. Sie sucht Menschen, die nichts so schnell aus der Ruhe bringt und ihr mit Souveränität und liebevoller Konsequenz die Welt zeigen. Man muss Josie bei aller Angst und Überforderung auch klare Grenzen setzen können, an denen sie sich orientiert. Josie ist absolut verträglich mit Hunden und braucht einen souveränen und entspannten Ersthund – einen Fels in der Brandung.

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