Paco

Update Februar 2026:
Unser Paco wartet nun bereits seit drei Jahren auf die Nadel im Heuhaufen, dabei hat er sich inzwischen wirklich zum Positiven entwickelt. Besonders im Frühjar/Sommer 2025 hat Paco riesige Fortschritte gemacht und lässt sich seitdem von den meisten Mitarbeitern problemlos Maulkorb, Geschirr und Mantel anziehen. Mal knurrt er noch, wenn es ihm doch zu viel wird, aber alles in allem hat er sich sehr vorbildlich entwickelt.
Seit in der Arbeit mit Paco hohe Trieblagen vermieden werden, fällt es ihm deutlich leichter runterzukommen. Wildes Spiel, wie Jagd-, Zerr- oder Ballspiele, sind absolut Tabu für Paco – das ist aber entgegen dem ersten Impuls vieler Menschen nicht schade oder traurig, sondern sehr förderlich für sein Nervensystem. Ruhige Suchspiele hingegen findet er klasse, ebenso entspannte Gassirunden. Auf Futter und Clicker reagiert er ebenfalls wunderbar, wobei hier wichtig ist, dass seinen neuen Menschen der Unterschied zwischen Belohnung und Bestechung klar ist. Lockt man Paco nur oder lenkt ihn mit Futter ab, ist das zwar eine praktische Management-Maßnahme, hat jedoch nur einen sehr geringen Mehrwert für das langfristige Lernen. Hier gilt es (wie bei jedem Hund) die direkte Kommunikation mit Paco nicht aus dem Auge zu verlieren, um ihm gerecht zu werden.
Zusätzlich zu seinem Fanclub innerhalb des Tierheim-Teams, hat Paco inzwischen einige neue Gassigängerinnen gefunden, die gut mit ihm zurecht kommen, ihn auch streicheln dürfen und bei denen er Nähe und gemeinsame Unternehmungen durchaus genießt. Wir sind uns sicher, dass er sich an der Seite einer souveränen Person mit Hundeerfahrung zu einem echt coolen Typ entwickeln wird. Wichtig ist hinzuzufügen, dass Paco trotz der positiven Entwicklung des letzten Jahrs, bitte nicht unterschätzt oder verniedlicht werden soll. Er ist kein „Kampfschmuser“ oder „Nanny Dog“, sondern ein wirklich toller Hund mit unendlich Potenzial, der in all seinen Facetten (positiv wie auch negativ) ernst genommen werden möchte. Uns ist wichtig, dass seine tollen Fortschritte auch in Zukunft so toll bleiben und er, besonders da er bereits beim Veterinäramt bekannt ist, nicht durch falsches oder leichtsinniges Handling doch noch eine Akte in der Kartei gefährlich eingestufter Hunde belegt.
Vermittlungstext
Paco kam als Sicherstellung zu uns und hat leider gelernt in seiner Unsicherheit nach vorn zu gehen. Wenn ihm jemand nicht passt oder er sich bedrängt fühlt, verschafft er sich Raum, indem er droht und bei „Bedarf“ auch angreift. Besonders mit Männern hatte er in der Vergangenheit große Probleme, nachdem er als „Wanderpokal“ von einem Zuhause ins nächste verkauft wurde und dabei offenbar nicht nur Gutes lernte. Nach seiner Ankunft im Tierheim dauerte es einige Wochen, bis seine jetzige Bezugsperson überhaupt so weit an den vor Angst in der Ecke zitternden Rüden mit Stresssabberfäden bis zum Boden herankam, dass mit Maulkorbtraining begonnen werden konnte. Den Maulkorb trägt Paco nun wie andere Hunde ihr Halsband, er ist für ihn ein ganz normaler Teil des Lebens und wird es auch in vielen Situationen bleiben müssen.
Entspannt anfassen und den Maulkorb aufsetzen lässt Paco sich auch jetzt nur von seiner Bezugsperson bei uns im Tierheim, mit der er auch entspannt Gassi gehen kann und seine alberne Seite zeigt. Halten andere Kollegen hingegen die Leine, stemmt er die Beine in den Boden und möchte bloß weg. Draußen hat er bisher keine Anstalten gemacht aktiv gegen Menschen in den Angriff zu gehen, sondern weicht aus. Bedrängt man ihn als Nicht-Bezugsperson aber für seinen Geschmack zu sehr (dafür reicht nett gemeintes Streicheln vollkommen aus), so geht er auch nach vorn und das ist bei seiner Masse auch mit Maulkorb nicht ohne. Bei seiner Bezugspflegerin ist er aber auch sehr verspielt, kuschelt liebend gern und genießt Körperkontakt. Diese kann und darf ihm auch Grenzen setzen, die der Sturkopf gut akzeptiert.
Wir suchen für Paco daher eine souveräne Person, idealerweise eine Frau, die ihn kräftemäßig auch dann halten kann, wenn er sich nicht so freundlich gebärdet. Gerade an Hundebegegnungen beim Spaziergang muss noch viel gearbeitet werden. Interessenten müssen bereit sein Zeit in ein Kennenlernen zu investieren und sich sein Vertrauen zu erarbeiten. Hat man sein Vertrauen schließlich gewonnen, ist er ein freundlicher Hund und wird für den richtigen Menschen sicher zu einem tollen Begleiter. Dennoch muss man sich bewusst sein, dass Paco besonders zu Beginn nicht nur Training, sondern auch viel Management benötigen wird – sei es bei Besuch, bei Begegnungen mit „gruseligen“ Menschen (aus Pacos Sicht) oder beim Treffen anderer Hunde.
Denn auch andere Hunde mag Paco leider nicht immer. Besonders „prollige“ Rüden und kleine Hunde kann der hübsche Kerl so gar nicht leiden, letztere scheint er als Beutereiz wahrzunehmen. Große Hündinnen und verträgliche (insb. kastrierte) Rüden wären als zukünftige Begleiter denkbar, allerdings ist das vom Einzelfall abhängig. Hier verträgt er sich zum Beispiel gut mit unserem Grinch, wird beim Pöbeln anderen Hunden gegenüber aber manchmal etwas ungehalten Grinch gegenüber, wenn der im Weg ist. Dann fahren die Gemüter hoch und es käme ohne Maulkorb zu Verletzungen.
Desweiteren zeigt Paco stark obsessives Verhalten mit Bällen, die er stundenlang ohne Unterbrechung und ohne menschliches Zutun jagt, bis er kaum noch aufrecht stehen kann. Es ist daher enorm wichtig, dass diese Neigung zu Suchtverhalten auf keinen Fall gefördert wird. Hat er es doch geschafft einen Ball zu finden und sich darauf zu fixieren, verteidigt er diesen vor dem Menschen.
Für Paco gestaltet sich die Suche nach einem neuen Zuhause deshalb sehr schwierig. Es wird vor Ort mit ihm gearbeitet und versucht mehr über sein Verhalten herauszufinden. Hoffentlich werden wir bald mehr Positives über Paco zu berichten haben, denn auch dieser nicht gut sozialisierte, verunsicherte Hund hat eine Chance verdient.
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